1 Optimierungsprobleme
Ein Obst- und Gemüsehändler in der Nachbarschaft, eine Quartiersbäckerei, eine Metzgerei, ein Fischverkaufsstand, eine Frischteig- oder Fertiggerichte-Werkstatt, ein Restaurantlieferant — jeden Tag oder zu jedem Schichtstart die Frage 'wie viel produzieren oder einkaufen wir heute?'. Drei Realitäten gelten: (1) das Produkt verdirbt am Ende des Tages oder hat sehr kurze Haltbarkeit, (2) die Nachfrage schwankt nach Tag, Wetter und Aktion, (3) die Bestellung wird einmal abgegeben; zu wenig bedeutet Stockout, zu viel bedeutet Verlust- oder Wegwerfware. Die Entscheidung ist mathematisch: das Verhältnis Stockout-Kosten zu Verderbkosten ist der Schlüsselparameter. Wenn die Entscheidung als 'letzte Woche haben wir so viel verkauft, nehmen wir etwas mehr' getroffen wird, steigt der Schwund jährlich auf 8–20 % und die Stockout-Rate auf 5–15 %.