Glossar · method
Schadenreservierung
Der aktuarielle Prozess zur Schätzung zukünftiger Schadenzahlungen für bereits eingetretene Ereignisse.
Claims ReservingLoss ReservingSpätschadenreserveIBNR-Schätzung
Schadenreservierung (Claims Reserving / Loss Reserving) ist der aktuarielle Prozess, mit dem ein Versicherer am Bilanzstichtag die Endkosten von Schäden schätzt, die bereits eingetreten, aber noch nicht endgültig abgewickelt sind. Der Umfang umfasst IBNR (Incurred But Not Reported — eingetreten, aber noch nicht gemeldet), IBNER (Incurred But Not Enough Reported — gemeldet, aber Einzelreserve unzureichend) und ultimate loss (insgesamt am Ende zu zahlender Betrag). Zentrale Datenstruktur ist das Abwicklungsdreieck (gezahlt und aufwand). Klassische Methoden: Chain-Ladder, Bornhuetter-Ferguson (1972), Cape Cod, GLM, Bootstrap (England und Verrall 2002), Munich Chain-Ladder, Bayes-/Credibility-Ansätze (Wüthrich-Merz 2008). Aufsichtsrahmen (Solvency II in der EU und Äquivalente) verlangen über den Punktschätzer hinaus die volle Verteilung, das 75-%-Quantil und eine Risikomarge. Diese Rückstellung ist die größte Verbindlichkeit in der Bilanz eines Sach- und Haftpflichtversicherers — Unter-Reservierung bedeutet Insolvenzrisiko, Über-Reservierung gebundenes Kapital.
Örnek
Ein mittlerer Kfz-Versicherer rechnet Chain-Ladder + Mack-Standardfehler auf einem 8-Jahres-Abwicklungsdreieck und erhält 320M Rückstellung; mit Bornhuetter-Ferguson für das jüngste Anfalljahr — unter Verwendung einer A-priori-Schadenquote — ergeben sich 340M.