Glossar · concept
Cross-Docking
Distributionsmodell, in dem eingehende Sendungen ohne Einlagerung direkt vom Wareneingangstor an das Versandtor übergeben werden — Lagerhaltung praktisch null.
Cross DockingUmschlagslagerDock-to-Dock-UmschlagDurchflussverteilung
Cross-Docking ist ein Logistikansatz, bei dem eingehende Lieferantensendungen nicht eingelagert, sondern direkt vom Wareneingangstor (inbound) zum Versandtor (outbound) — typischerweise innerhalb von 24 Stunden — durchgeschleust werden. Der klassische Lagerprozess Wareneingang → Einlagerung → Lagerung → Kommissionierung → Verpackung → Versand wird im Cross-Docking um die Einlagerung und Lagerung verkürzt. Es gibt zwei Hauptvarianten: (1) pre-distributed (Konsolidierungs-)Cross-Dock — der Lieferant schickt bereits nach Kunde sortierte Paletten, und das Dock leitet sie nur auf die Outbound-LKW, (2) Merge-in-Transit-(Dekonsolidierungs-)Cross-Dock — eine große Eingangspalette wird gesplittet und für mehrere Kunden umgepackt. Drei Voraussetzungen müssen erfüllt sein: (a) Prognosegüte hoch genug für ein Push-Triggern des Lieferanten, (b) zeitliche Überlappung von Inbound und Outbound (das Cross-Dock-Scheduling-Problem ist eng verwandt mit #002 VRPTW), (c) Volumen hoch genug, damit die Operation den Fixkostenvorteil des Lagers schlägt. Reines Cross-Docking ist im KMU-Umfeld selten; üblicher ist ein Hybrid — schnelldrehende A-SKUs laufen durchs Cross-Dock, Mittel- und Langsamdreher bleiben im konventionellen Lager. Hauptvorteile: weniger Lagerfläche und gebundenes Kapital, kürzere Kundenlaufzeit, weniger Produktschäden (weniger Handlings). Hauptrisiken: ein einzelner Lieferantenverzug legt die ganze Kette lahm, und Prognosefehler schlagen direkt in Lost-Sale- oder Rückstandskosten durch.
Örnek
Ein Großhändler für frisches Obst und Gemüse beliefert 35 Stadtteilmärkte. Jede Nacht zwischen 02:00 und 04:00 entladen LKWs von 18 Erzeugern am Cross-Dock-Terminal; zwischen 04:30 und 06:30 desselben Morgens wird die Ware in kundenspezifischen Paletten auf 12 Verteilfahrzeuge umgesetzt und ist 07:00 marktbereit. Keine SKU geht ins Regal; das Kühllager hält Ware höchstens 90 Minuten. Im Vergleich zum klassischen Lager sinkt der Verderb von 4% auf 1,2%, Miete und Strom fallen um 35%, die Lieferzeit geht von 18 auf 6 Stunden zurück.