Glossar · approach
Just-in-Time (JIT)
Eine Produktionsphilosophie und operative Disziplin, die darauf abzielt, die Produktion im Takt der Kundennachfrage fließen zu lassen, indem Umlauf- und Rohmaterialbestände minimiert werden.
JITJust in TimeBedarfssynchrone ProduktionBestandslose Produktion
Just-in-Time (JIT) ist ein Produktionsansatz, bei dem das benötigte Teil in der benötigten Menge zum benötigten Zeitpunkt an die Station gelangt; seine Grundlagen wurden in Ohno (1988) und der Literatur zum Toyota-Produktionssystem (TPS) gelegt. Der operative Ausdruck der Philosophie ist Pull-Produktion, kleine Losgrößen, kurze Rüstzeiten, multi-qualifizierte Mitarbeiter und Qualität an der Quelle. Das Gegenteil von JIT ist Push-Produktion und die klassische, auf Sicherheitsbestand basierende Aggregat-Produktionsplanung — JIT betrachtet WIP- und Fertigwarenbestand nicht als Kosten, sondern als 'Decke über verborgenen Problemen.' Im KMU-Kontext ist reines JIT bei hoher Nachfragevolatilität und unzuverlässigen Lieferanten riskant; türkische produzierende KMUs bevorzugen daher typischerweise modifiziertes JIT mit kleinem Sicherheitspuffer. JIT ist eine der zwei Säulen von Lean Manufacturing (die andere ist Jidoka — Autonomation mit Qualitätsstopp). Themen wie Joint Replenishment Problem, Aggregat-Produktionsplanung und Fließband-Auslegung werden unter JIT-Prinzipien neu gerahmt. In der Praxis wird JIT mit dem Kanban-Kartensystem, SMED-Schnellrüsttechniken und 5S-Arbeitsplatzgestaltung eingesetzt.
Örnek
Ein KMU in Kayseri, das Möbelzulieferteile fertigt, wechselt von klassischer wöchentlicher Losproduktion zu modifiziertem JIT: 80 Stück pro Tag, 2–3 Tage Sicherheitsbestand (von 3 Wochen reduziert), tägliche Lieferantenanlieferung. WIP fällt um 62%, die Durchlaufzeit sinkt von 18 auf 5 Tage; jedoch hält eine Lieferantenverzögerung die gesamte Linie innerhalb von 4 Tagen an, sodass der Sicherheitspuffer nicht auf null gefahren werden kann.