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Glossar · concept

Reorder Point

Bestandsschwelle, bei deren Unterschreitung eine neue Bestellung ausgelöst wird — das kleine 's' der (s,S)-Politik.

ROPMeldebestandBestellpunktAuslösebestand
Der Reorder Point (ROP, Meldebestand) ist die Bestandsschwelle, bei deren Unterschreitung eine neue Bestellung ausgelöst wird. Er entspricht dem kleinen 's' in einer kontinuierlichen (s,S)-Politik (#004); im periodischen (R,S)-System wird zum Reviewzeitpunkt auf S aufgefüllt, sobald der Bestand unter s liegt. Die Logik ist einfach: der Bestand muss den durchschnittlichen Bedarf während der Lead Time (d·L) abdecken und einen Puffer für Bedarfs- und Lead-Time-Unsicherheit (Sicherheitsbestand) enthalten, also ROP = d·L + SS. Bei deterministischem Bedarf und deterministischer Lead Time wäre ROP genau d·L — in der Praxis ist nichts davon deterministisch. Die Berechnung braucht drei Inputs: mittlerer Tagesbedarf, mittlere Lead Time und Ziel-Servicegrad (z. B. 95%). Schnelldrehende A-SKUs lösen meist automatisch per Barcode-Scan aus; langsamdrehende C-SKUs werden manuell geprüft. Fast jedes KMU-ERP führt je SKU ein ROP-Feld, doch die meisten Firmen setzen es einmal und aktualisieren es nie — was bei saisonalen Artikeln systematischen Überbestand oder Stockouts verursacht. Der ROP sollte nicht jährlich, sondern bei spürbarer Bedarfsänderung — typischerweise quartalsweise — neu berechnet werden. Grundreferenz zu (s,S): Scarf (1960); angewandter Überblick: Silver, Pyke und Peterson (1998).
Örnek

Eine Autoteile-Großhandlung mit SKU Bremsbelag: mittlerer Tagesbedarf 12 Stück, Lead Time 10 Tage, Standardabweichung der Lead-Time-Nachfrage 18 Stück, Ziel-Servicegrad 95% (z = 1,65). ROP = 12 × 10 + 1,65 × 18 ≈ 150 Stück. Sobald der Bestand 150 erreicht, löst das ERP eine Bestellung aus; der Sicherheitsbestand von 30 Stück (~20% Puffer) fängt Bedarfsspitzen während der Lead Time ab.

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