Glossar · approach
Lieferantenauswahl
Operations-Research-Problem der strukturierten Entscheidung über Vorqualifizierung und Auftragsverteilung zwischen konkurrierenden Lieferanten desselben Inputs anhand formaler Kriterien.
Supplier SelectionVendor SelectionBeschaffungsoptimierungSourcing-Entscheidung
Das Supplier Selection Problem ist die systematische Entscheidung, welche konkurrierenden Anbieter ein Käufer (Hersteller, Händler, Dienstleister) auf seiner Freigabeliste behält und wie viel Volumen jeder pro Bestellperiode erhält. Die klassische Literatur zur mehrkriteriellen Entscheidungsfindung (Weber, Current und Benton 1991; De Boer, Labro und Morlacchi 2001) untersucht die Gewichtung von Preis, Qualität (Fehlerquote), Lieferleistung, Kapazität, finanzieller Stabilität, geografischer Lage, Zertifizierungen und Nachhaltigkeit. Die Lösung erfolgt typisch zweistufig: zunächst liefern MCDM-Methoden wie AHP oder TOPSIS gewichtete Scores; danach verteilt ein MILP-Modell die Mengen unter Kapazitäts-, Mindestbestellmengen-, Single-Source-Risiko- und Mengenrabattbedingungen. Das Konzept der Gesamtkosten — Stückpreis erweitert um Qualitäts-, Verspätungs- und Nichtkonformitätskosten — ist das prägende Merkmal strukturierter Lieferantenauswahl.
Örnek
Ein Kabelhersteller bewertet 35 Rohstofflieferanten via AHP über fünf Kriterien (Preis, Qualität, Lieferung, Risiko, Nachhaltigkeit), führt ein MILP für die Quartalsverteilung aus und senkt die Gesamtkosten von 8 Mio. TRY auf 6,8 Mio. TRY pro Jahr (-15%).