Glossar · concept
WACC — Gewichtete Durchschnittliche Kapitalkosten
Die nach Marktwerten gewichteten Mischkosten von Eigen- und Fremdkapital eines Unternehmens; werden als Diskontsatz oder Hurdle Rate in Investitionsentscheidungen verwendet.
WACCWeighted Average Cost of CapitalKapitalkostenGesamtkapitalkostensatzHurdle Rate
Die Gewichteten Durchschnittlichen Kapitalkosten (Weighted Average Cost of Capital, WACC) sind die nach Marktwerten gewichteten Mischkosten aller Kapitalquellen eines Unternehmens — Eigen- und Fremdkapital. Die Formel lautet WACC = (E/V) × Re + (D/V) × Rd × (1 - T), wobei E den Marktwert des Eigenkapitals, D den Marktwert des Fremdkapitals, V = E + D die Gesamtfinanzierung, Re die Eigenkapitalkosten, Rd die Fremdkapitalkosten und T den Körperschaftsteuersatz bezeichnet. Der Term (1 - T) bildet den Tax Shield ab — da Zinsen steuerlich abzugsfähig sind, liegen die effektiven Fremdkapitalkosten unter dem Nominalsatz. Die Eigenkapitalkosten Re werden typischerweise mit dem Capital Asset Pricing Model (CAPM) als Re = Rf + β × (Rm - Rf) geschätzt. WACC dient als Diskontsatz in NPV-Berechnungen und als Hurdle Rate bei IRR-Entscheidungen: gilt IRR > WACC, schafft das Projekt Wert über den Kapitalkosten. Ein mittelständischer Finanzmanager verwendet WACC als Benchmark für Maschinenkäufe, Werkserweiterungen, neue Produktlinien und Akquisitionen. Mit steigendem Verschuldungsgrad (D/V) sinkt WACC zunächst (günstiger Fremdkapitaleffekt) und steigt anschließend wieder (Insolvenzrisiko erhöht die Eigenkapitalkosten); diese U-Form steht im Zentrum der Diskussion um die optimale Kapitalstruktur. Theoretisch begründet wurde der Rahmen von Modigliani & Miller 1958 ('The Cost of Capital, Corporation Finance and the Theory of Investment') und durch Miller & Modigliani 1963 mit der Steuerkorrektur ergänzt.
Örnek
Ein Maschinenbau-KMU in Bursa ist zu 60% mit Eigenkapital und 40% mit Bankkrediten finanziert; bei Eigenkapitalkosten von 22%, einem Kreditzins von 32% und einem Steuersatz von 25% ergibt sich WACC = 0,60 × 22 + 0,40 × 32 × (1 - 0,25) = 13,2 + 9,6 = 22,8%. Liegt der IRR einer CNC-Maschineninvestition bei 25%, ist die Regel IRR > WACC erfüllt und das Projekt wird genehmigt.