Glossar · concept
Workforce Capacity Balance
Trade-off zwischen Regelbelegschaft (gleichmäßig, aber in Leermonaten teuer), Einstellung/Entlassung (monatlich günstig, aber hohe Fluktuationskosten), Überstunden (Kapazitätsflexibilität, aber Zuschlag und Ermüdung) und Fremdvergabe (Flexibilität, aber Qualitäts- und Lieferzeitrisiko). In APP als Entscheidungsvariablen erfasst.
Personal-Kapazitäts-BalanceCapacity-Workforce Trade-offHire-Fire-Überstunden-Fremdvergabe-Mix
Workforce capacity balance bezeichnet den zentralen Trade-off in der mittelfristigen Produktionsplanung (APP): bei einer wellenförmigen Nachfrage mischt der Hersteller vier Hebel — (1) Regelbelegschaft halten (gleiche Schicht jeden Monat): gleichmäßiger Betrieb, gute Moral, aber in Leermonaten Lohnkosten über Bedarf, (2) Einstellung und Entlassung (saisonale oder Zeitkräfte): geringere monatliche Löhne, aber Schulung, Einarbeitung, Abfindung und Moralverlust plus tarifvertragliche Restriktionen als Fluktuationskosten, (3) Überstunden: hohe Kapazitätsflexibilität, aber türkischer Arbeitsgesetz-Zuschlag (50% wochentags, 100% am Wochenende), jährliche 270-Stunden-Obergrenze, Ermüdung und Qualitätsverlust, (4) Fremdvergabe: zusätzliche Flexibilität, aber Qualitäts-, Kommunikations- und Lieferzeitrisiko plus Einzel-Lieferanten-Abhängigkeit. In der Literatur untersuchte Bowman (1956) diesen Trade-off in der Familie der Linear Decision Rules; Holt, Modigliani, Muth und Simon (1960) modellieren die vier Hebel als kontinuierliche Entscheidungsvariablen im HMMS-Modell. In der Praxis optimiert ein gut kalibriertes APP-Modell den Jahresmix — Regelbelegschaft auf Grundlast, Hire-Fire in kleinen Quartalsschritten, Überstunden gezielt auf bestimmte Wochen innerhalb der jährlichen Obergrenze, Fremdvergabe innerhalb eines Rahmenvertrag-Kapazitätsdeckels verteilt.
Örnek
Ein mittelständischer Hersteller mit 200 Beschäftigten und 30% Sommer-Peak fährt einen Mix aus 5% Hire-Fire (Zeitarbeit), 12% Überstunden, 8% Fremdvergabe und 75% Regelkapazität; die Gesamtkosten der Belegschaft liegen 15% unter dem intuitiven Mix.