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Elektromobilität · EV-Flotten-Ladeplanung und Standortplanung

Welches Flottenfahrzeug wann mit welcher Leistung laden — ohne Spitzenlast und mit günstigem Tarif?

Neue Technologien 4 Min Lesezeit
Gilt auch für: Energie Transport
#EV-Ladeplanung #Ladestation-Standort #Elektrofahrzeug #Flottenmanagement #Time-of-Use-Tarif #V2G #Batterieverschleiß

Ein EV-Flottenbetreiber und ein Betreiber öffentlicher Ladepunkte haben zwei gekoppelte Entscheidungen: welches Fahrzeug wann mit welcher Leistung geladen wird; wo neue Ladepunkte mit welcher Kapazität errichtet werden. Klassische EV-OR-Probleme: EV Charging Scheduling und Charging-Station Location Planning.

Kurz gesagt

Diese Seite richtet sich an KMU-Flottenbetreiber mit 10-100 Elektrofahrzeugen (Kurier, Auslieferung, Taxi, Vermietung, Kommunaldienst) — die Frage ist, wann und mit welcher Leistung jedes Fahrzeug nach der Rückkehr ins Depot geladen wird. Falsche Reihenfolge löst drei Probleme gleichzeitig aus: Alle Fahrzeuge stecken um 18 Uhr ein und der Trafo überschreitet die vertraglich vereinbarte Spitzenlast (Netzbetreiber verhängt Strafgebühr), Fahrzeuge laden im Tagstrom statt im billigen Nachttarif, und ständiges Schnellladen verbraucht die Batterien in wenigen Jahren. Werden diese drei Kosten nicht zusammen gesteuert, frisst die Batterie-OPEX die Stromersparnis wieder auf. Manuelle Reihenfolgensteuerung wird ab 30 Fahrzeugen mental erschöpfend.

Kommt Ihnen das bekannt vor?

  • Wir haben eine 50-500 EV-Flotte (Kurier, Auslieferung, Taxi, Vermietung); die abendliche Ladereihenfolge im Depot wird durch Bauchgefühl des Planers bestimmt.
  • Im Depot sind 30-100 Ladepunkte installiert; wenn alle gleichzeitig öffnen, schießt die Trafo-Leistung in die Spitze und der Netzbetreiber berechnet eine Spitzenlast-Strafe.
  • Der Time-of-Use-Tarif macht den Nachttarif zur Hälfte des Tagestarifs; aber der Betriebsplan nutzt dies nicht — manche Fahrzeuge werden früh angesteckt und teuer geladen.
  • Wir haben 10-30 öffentliche Ladepunkte; einige Standorte sind 8-12 Stunden täglich voll, andere 1-2 Stunden — die Standortwahl wurde historisch nach Bauchgefühl getroffen.
  • Wir bewerten eine neue Ladestation-Investition; wo platzieren, langsam oder schnell, wie viele Anschlüsse — ohne konkrete Bedarfsprognose oder Kostenmodell.
  • Unsere DC-Schnellladepunkte (50-150 kW) zeigen hohe Auslastung, aber Batterie-Alterungsbeschwerden treten auf; Preis vs Batterie-OPEX bekommen wir nicht ausbalanciert.
  • Netzanschluss-Kapazität: in neuen Investitionszonen kann der Aufbau von Trafo + Leitung 6-18 Monate dauern; unsere gemeinsame Investitionsplanung ist schwach.

Warum es wichtig ist

Verluste durch intuitive Ladeplanung und Standortwahl für Elektrofahrzeuge: (1) Spitzenleistung — wenn 50 Fahrzeuge gleichzeitig mit 22 kW anstecken, ziehen sie 1.100 kW; bei Überschreitung der vertraglichen kW-Spitzengrenze monatliche Strafe 50-200K TRY; (2) verpasste Tarif-Arbitrage — Nachttarif liegt 40-60% unter Tagestarif; kluge Sequenzierung bringt 20-30% Stromkosten-Ersparnis; (3) Batteriealterung — Hochleistungs-Schnellladen (50-350 kW) kürzt die Zyklenlebensdauer um 15-30%; Batterieersatzkosten können die Hälfte der Stromrechnung erreichen; (4) öffentlicher Standort — bei falsch prognostizierter Nachfrage bleibt die Auslastung bei 15-25% statt erreichbarer 40-60%; Amortisation verlängert sich von 2-4 auf 5-8 Jahre. Felddaten zeigen 15-25% Reduktion der Gesamtbetriebskosten durch numerische Ladeplanung und 25-40% Auslastungsverbesserung durch Standort-Optimierung. Für eine mittlere bis große Flotte (200-500 Fahrzeuge) bedeutet das 5-25M TRY jährliche Marge; für ein öffentliches 20-Standort-Netz 3-12M TRY zusätzlichen Jahresumsatz.

Wie wird es gelöst?

Technische Tiefe

In einem Satz: Verteile das Fenster zwischen Beginn des Nachttarifs und der Deadline, bis zu der jedes Fahrzeug bereit sein muss, auf die Flotte — ohne die Trafo-Kapazität zu überschreiten — und nutze Schnellladen nur in Eilfällen, um Stromkosten und Batterieersatzkosten gemeinsam zu minimieren.

Das Problem wird in der Operations-Research-Literatur (Disziplin, die Mathematik und Computer für Geschäftsentscheidungen einsetzt) als zwei gekoppelte Probleme behandelt: EV Charging Scheduling (operativ — welches Fahrzeug wann mit welcher Leistung lädt) und Charging-Station Location Planning (taktisch — wo öffentliche Ladepunkte mit welcher Kapazität). Dritte aufkommende Schicht: Vehicle-to-Grid (V2G — Rückverkauf der Fahrzeugbatterie ins Netz). Lösungsweg in drei Schritten:

1. Modellierung. Für operative Planung — Eingangsdaten: Fahrzeugflotte (pro Fahrzeug: Batteriekapazität kWh, aktueller Ladezustand SoC — State-of-Charge, am nächsten Morgen erforderlicher Mindest-SoC — Deadline-Restriktion, erlaubte Ladeleistungsstufen), Depot-Ladepunkte (Anzahl, maximale kW pro Punkt), Trafo-/Netzkapazität (momentane kW-Spitzengrenze), Time-of-Use-Tarif (stündliche Strompreiskurve — Tag/Spitze/Nacht). Restriktionen: jedes Fahrzeug bis Deadline bereit, gleichzeitige Gesamtleistung ≤ Trafo-Kapazität, SoC-Unter-/Obergrenzen, Batterie-Alterungskosten (moderne Literatur fügt dies in die Zielfunktion ein). Ziel: minimale Gesamt-Stromkosten + Batteriealterungskosten + Spitzenstrafe. Für Standortwahl — Eingangsdaten: regionale EV-Penetrationsprognose (5-10 Jahre), Kandidatenstandorte (Parkplätze, Einkaufszentren, Autobahn-Rastplätze, Tankstellen-Modernisierung), pro Kandidat Grundstückskosten + Netzanschlusskosten + erwartete Tagesnachfrage, AC-langsam vs DC-schnell-Mix. Restriktionen: Investitionsbudget, regionale Abdeckung (jeder EV-Nutzer im X-km-Radius eines Punkts), Netzanschluss-Machbarkeit.

2. Solver-getriebene Entscheidung. Operative Planung: kleine/mittlere Flotte (50-200 EVs) per MILP (Mixed-Integer Linear Programming — Optimierung mit teils 0/1-, teils stetigen Variablen) — stündliche Ladeentscheidung binär (1-h-Slots ein/aus) oder kontinuierlich (kW-Niveau), 24-48h-Horizont. Auf einer Maschine in Minuten-Stunden lösbar. Große Flotte (200+ EVs) per Lagrange-Relaxation oder Dekomposition (großes Problem in Teile zerlegen — pro-Fahrzeug-Subprobleme parallel, Netzkapazität als globale Restriktion). Dynamische Fahrzeugankunft (Taxi, Vermietung): Online-Policy (Prioritätsregel bei Ankunft) oder Rolling-Horizon-MILP (alle 30 Min neu gelöst). Standort: klassischer Ansatz — p-Median oder Maximum-Coverage-Formulierung, maximiert Nutzerabdeckung unter Investitionsbudget. Für EV-Penetrations-Unsicherheit Zwei-Stufen-Stochastische Programmierung (erste Stufe Standortentscheidung, zweite Stufe szenariobasierte Nachfrage). V2G: Trade-off zwischen Arbitrage (billig nachts laden, teuer tagsüber einspeisen) und Batteriealterungskosten; MILP oder stochastisches MPC (Model Predictive Control — Rolling-Horizon-Vorhersagesteuerung).

3. Feldintegration. Ausgabe in drei Schichten: Tagesplan (pro Fahrzeug: welcher Ladepunkt, welche Stunde, welche Leistung — Gantt-Panel im Leitstand), Ladepunkt-Steuerbefehle über OCPP (Open Charge Point Protocol — Industriestandard, offener Protokoll-Standard zum Öffnen/Schließen eines Ladepunkts und zur Leistungseinstellung), monatlicher Standortbericht (pro öffentlichem Standort: Auslastung, Nachfragetrend, Kapazitätserweiterungs-Empfehlung). Das Flottenmanagement-System (FMS) liefert Telematik (Echtzeit-SoC, Standort, geplante Nachtagschicht). Quartals-Komitee: Ist vs Plan Spitzenlast, Stromkostenabweichung, Batteriealterung, Auslastungskurven, Investitionsentscheidung.

Alternativen

Manuell + Tabellenkalkulation + heuristische Reihenfolge

Kostenlos

Keine Lizenz

Für wen geeignet: Kleine Flotte (<30 EVs) oder 1-3 öffentliche Standorte

  • + Keine Softwarekosten
  • + Planer-Erfahrung führt
  • + Einfache Regel (Nachttarif-Start) bringt 5-10% Ersparnis
  • − Über 30 EVs ist die Spitzenlastkontrolle kognitiv überlastend
  • − Batteriealterungskosten werden nicht berücksichtigt
  • − Mit wachsender Nachfrage erfolgt Standortwahl ohne numerisches Modell
  • − V2G-Arbitrage-Chance verpasst

Lokale Lade-Management-Plattform

Enterprise

200K-800K TRY Lizenz + 80K-250K TRY/Jahr Wartung (TR-Marktbeobachtung)

Für wen geeignet: Mittlere Flotte (30-150 EVs) oder 5-15 öffentliche Standorte

  • + OCPP-Integration Standard
  • + Lokale Sprache, lokaler Support
  • + Abrechnung + Zahlungs-Integration enthalten
  • + Einfache Time-of-Use-Tarif-Regeln
  • − MILP-basiertes Scheduling-Modul typischerweise nicht vorhanden — heuristische Prioritätsregeln
  • − Batteriealterungskostenmodell schwach
  • − Standortplanungs-Modul begrenzt

Internationale Lade-Management + Optimierungspaket

Enterprise

400K-2M EUR Lizenz + 100K-500K EUR/Jahr Wartung

Für wen geeignet: Große Flotte (150+ EVs) oder Multi-Standort (20+) Lade-Netzbetreiber

  • + MILP- oder Rolling-Horizon-MPC-Modul reif
  • + Batteriealterungsmodell integriert
  • + Standortanalyse mit GIS + Bedarfsprognose zweiseitig
  • + V2G-Modul verfügbar (in fortgeschrittenen Märkten)
  • − Hohe Lizenz + 9-18 Monate Einführung
  • − Lokale Tarif-Anpassung verlängert das Projekt
  • − Umfangreiches Trainingsprogramm für das Operations-Team

Open-Source-Solver + eigenes Modul

Open Source

Lizenz frei; Eigenentwicklung 16-32 Wochen oder 600K-1,5M TRY Beratung

Für wen geeignet: Betreiber mit Tech-Team, Integration mit bestehender FMS / Lade-Management-Plattform

  • + Keine Lizenzgebühr
  • + EV-Ladeplanungs-Verfahren sind für Open-Source-Solver gut definiert
  • + Standort-Modellierung unter Nachfrage-Unsicherheit in offener Literatur verfügbar
  • + OCPP ist offenes Protokoll — Lade-Hardware-Unabhängigkeit
  • − Erfordert OR-Spezialist + Elektroingenieur + Integrations-Team intern
  • − Vom akademischen Prototyp zum Feldsystem 6-12 Monate
  • − Wartungsverantwortung beim Betreiber

Empfehlung

Klein
Kleine Flotte (<30 EVs) oder 1-3 öffentliche Standorte: manuell + Tabelle + drei Grundregeln (a) Nachttarif-Start, (b) 80% der Trafo-Grenze nicht überschreiten, (c) DC-Schnelladen nur bei akutem Bedarf — bringt 5-10%. MILP-Investition amortisiert sich nicht.
Mittel
Mittlere Flotte (30-150 EVs) oder 5-15 öffentliche Standorte: lokale Lade-Management-Plattform + MILP-Scheduling-Modul oder Optimierungsmodul eines kompakten internationalen Pakets. 6-9 Monate Pilot. Erwartete Stromkosten -15-20%, Spitzenstrafe -50-70%, Batteriealterungskosten -10-15%. Amortisation 18-30 Monate.
Groß
Große Flotte (150+ EVs) oder 20+ öffentliche Standorte: volles internationales Lade-Management + MILP + Batteriealterung + Standortplanung + V2G-Integration. 1,5-5M EUR/Jahr Gesamtinvestition. Amortisation 30-48 Monate. Stromkosten -20-30%, Auslastung +25-40%, V2G-Arbitrage-Erlös 5-15K TRY/Fahrzeug/Jahr typisch.

Im Gespräch fragen

  • Nutzt das Lade-Scheduling-Modul MILP, Rolling-Horizon-MPC oder nur heuristische Prioritätsregeln?
  • Ist Batteriealterungskosten Teil der Zielfunktion? Welcher Modellierungsansatz (Kalender- + Zyklen-Alterungskurve, entladetiefenbasiert)?
  • Ist die Time-of-Use-Tarifstruktur (stündlicher Preis, Tag/Spitze/Nacht-Fenster, saisonale Variation) konfigurierbar oder hard-coded?
  • Ist die Spitzen-kW-Restriktion dynamisch (zeitvariable Netzkapazität) oder fix? Werden mehrere Trafos / Depots unterstützt?
  • Unterstützt das öffentliche Standort-Modul p-Median-, Maximum-Coverage- oder stochastische Formulierungen? Wie wird EV-Penetrationsunsicherheit modelliert?
  • Welche OCPP-Version (Open Charge Point Protocol) wird unterstützt? Wurde Multi-Marken-Integration getestet?
  • Ist ein V2G-Modul (Vehicle-to-Grid) verfügbar? Wie wird der Trade-off Arbitrage-Erlös vs Batteriealterungskosten optimiert?
  • Bei Vertragsende — in welchem Format können wir Ladehistorie, Batterie-SoC-Daten, Preisregeln und Standortanalyse-Berichte exportieren?

Technische Details

Anmerkung der Redaktion

Umgangssprachlich heißt das Problem “EV-Ladeplan”, “Ladestation-Rollout” oder “Flotten-Ladeverwaltung”. In der Literatur trägt es zwei distinkte aber verknüpfte Namen: die operative Tagesentscheidung ist EV Charging Scheduling, die Infrastrukturinvestition ist Charging-Station Location Planning. Eine dritte aufkommende Schicht ist Vehicle-to-Grid (V2G) — Rückverkauf der Fahrzeugbatterie ans Netz. Ohne die drei Namen zu unterscheiden, lässt sich bei einer Lade-Management-Plattform-Vorstellung nicht prüfen, welche Entscheidungsschicht wirklich optimiert wird — “Ladepunkt-Tracking” ist eines, “MILP-basierte Planung” ein anderes.

Diese drei Probleme von anderen Energie-OR-Problemen unterscheiden: Unit Commitment + Economic Dispatch (#029) ist die Erzeugerseite — Kraftwerk-Ein/Aus und MW-Ausgabe. Demand Response + Lastspitzen-Glättung (#020) ist verbraucherseitige allgemeine Lastformung. EV Charging Scheduling (#052) liegt dazwischen: sowohl Nachfrageformung (welches Fahrzeug wann lädt) als auch Infrastrukturplanung (wie viele Ladepunkte wo). EV hat ein besonderes Merkmal: die Deadline-Restriktion jedes Fahrzeugs (am nächsten Morgen bereit) — unterscheidet es von Demand Response. Und Batteriealterung (Zyklenalterung) — ein Betriebskostenposten, der in den anderen Energieproblemen nicht vorkommt.

Im Sektor am häufigsten übersehen: Batteriealterungskosten. Feldrechnungen enthalten meist nur Strompreis und Spitzenstrafe; dass die Batterie unter Schnellladen (DC fast 50-350 kW) schneller altert und die Zyklenlebensdauer 15-30% kürzer wird, wird übersprungen. Die Batterieersatzkosten betragen 25-40% des Neufahrzeugwerts; ohne Einbezug in die Total-Cost-of-Ownership-Rechnung (TCO) erscheint eine “immer billiges Schnellladen”-Politik kurzfristig optimal — die Batterieersatzrechnung trifft den Betreiber nach 3-5 Jahren. Moderne Literatur fügt die Batteriealterungskosten in die Zielfunktion ein; ein ohne diese gebauter “optimaler” Plan wird im Feld langfristig zum Verlust. Zweiter übersehener Punkt: Netzanschluss-Machbarkeit. Nach Entscheidung für einen neuen Ladestandort kann der Netzbetreiber-Trafo + Leitungsbau 6-18 Monate dauern; modelliert der Standortplan die Zeit nicht, steht die Station, aber “kein Strom kommt an”. Ein stochastisches Standortmodell muss die Netzanschluss-Vorlaufzeit als Szenariovariable haben.

Schritt-für-Schritt — für KMU

Phase 1 — Erst messen, dann planen. Mindestens 6 Monate Fahrzeug- + Ladedaten: pro Fahrzeug Tagesnutzungsprofil (Fahrtdauer, Distanz, Depot-Ein/Aus, mittlerer SoC-Zyklus); pro Ladepunkt Tagesauslastungskurve (stündlich ein/aus, kW-Profil, OCPP-Ereignisse); monatliche Stromrechnung und Tarifstruktur (Time-of-Use-Fenster, Spitzenberechnung). Netzinventar: angeschlossene Trafoleistung, momentane Spitzengrenze, Vertragsstrafe-Kurve. Batterieinventar: pro Fahrzeug Kapazität, Baujahr, Garantiezyklen, aktueller Gesundheitszustand.

Phase 2 — Wissenskapital extrahieren. Fahrzeugverfügbarkeit pro Stunde (Flottentyp: Kurier 8-22 Uhr; Taxi 24/7; Kommunaldienst 100-200 km/Tag). Time-of-Use-Tariffenster und stündliche Preiskurve. Trafo-Kapazitätsgrenze und saisonale Variation. Batteriealterungskurve (Zyklenverlust bei schnell vs langsam — Hersteller + Literatur). Für öffentliche Standortbetreiber: Kundenanküftverteilung, mittlere Verweildauer, Balking-Rate.

Phase 3 — Pilot. 8-12 Wochen. Für eine Teilmenge (30-50% der Flotte, oder ein Depot, oder 3-5 öffentliche Standorte) MILP-Plan parallel zur heuristischen Zuweisung. Die Entscheidung bleibt im Leitstand; MILP empfiehlt. Erfolgskriterien vorab fixiert: monatliche Stromkosten -10% mindestens, Spitzenstrafe -50% mindestens, Batteriealterungs-Tracking enthalten.

Phase 4 — Rollout. 9-15 Monate bis volle Flotte + alle öffentlichen Standorte + Standortplanung + V2G-Modul. Multi-Marken-Lade-Kompatibilität via OCPP. Quartals-Komitee: Planungsleistung, Batteriealterungstrend, Auslastungskurve, Investitionsentscheidungen, regulatorische Updates (TR EV-Anreizpolitik, lokale Produktionsförderregeln).

Risiken — was schiefgehen kann

  1. Batteriealterungskosten nicht in der Zielfunktion. Wenn nur Strompreis + Spitzenstrafe optimiert werden, sieht der “optimale” Plan mit viel Schnellladen kurzfristig gut aus; die Batterieersatzrechnung kippt die TCO nach 3-5 Jahren. Moderne Modelle enthalten das; die Modulabdeckung dieser Kurve muss vor Beschaffung getestet werden.
  2. Netzanschluss-Verzögerung. Für neue öffentliche Standorte kann der Trafo- + Leitungsbau 6-18 Monate dauern; ein Standortplan ohne Zeitmodell führt zu gebauter Station ohne Strom. Stochastische Standortmodelle brauchen die Netzanschluss-Vorlaufzeit als Szenariovariable.
  3. Regulatorische Änderungen. TR-EV-Anreize (lokale Produktionsförderung, Steuerbefreiungen, Stations-Genehmigungsbedingungen) werden jährlich aktualisiert; EU-seits gibt es den CBAM und EV-Penetrationsziele bei 2030/2035. Investitionshorizont 5-10 Jahre; Single-Szenario-Plan ist spröde. Szenario-basierte Analyse und phasenweise Investition essentiell.
  4. Lock-in beim Einzelanbieter Lade-Management. Obwohl OCPP offen ist, bedeutet das Fehlen einer Exportklausel für Abrechnungsregeln + Tarifparameter + Batteriealterungskurven, dass ein Anbieterwechsel den Verlust des operativen Gedächtnisses bedeutet.
  5. V2G-Arbitrage-Erlös überschätzt. Marketing nennt X-Y% V2G-Erlös; netto nach Batteriealterungskosten typischerweise 2-3x niedriger. Nettorechnung muss szenariobasiert sein.

Lösungsmethode — technische Sicht

AnsatzTypische GrößenordnungLösungszeitGarantiertes Optimum?
Heuristische Prioritätsregel (Nachtstart, SoC-Schwelle)Kleine Flotte, <30 EVssofortNein, 50-70% Optimum
MILP — operative PlanungMittlere Flotte, 30-200 EVs, 24-48h-HorizontMinuten-StundenJa (innerhalb der Schranke)
Lagrange-Relaxation / DekompositionGroße Flotte, 200-1000 EVsStundenGute Schrankenbänder
Rolling-Horizon-MPCDynamisch (Taxi, Vermietung), stündlich neuMinuten pro StundePraxisqualität
Online-Policy (Insertion-Heuristik)Öffentliche Live-AnkünfteSekundenNein, Übergangsqualität
p-Median / Maximum-Coverage (Standort)Regionale Infrastruktur, 5-50 KandidatenMinuten-StundenJa (innerhalb der Schranke)
Stochastischer Standort (zweistufig)EV-PenetrationsunsicherheitStundenJa (pro Szenario)
V2G stochastisches MPCArbitrage + BatteriealterungStundenPraxisqualität

Zielfunktion wählen:

  • Ziel 1 — Gesamt-Stromkosten minimal: Am einfachsten, ignoriert Batteriealterung.
  • Ziel 2 — Stromkosten + Batteriealterungskosten minimal: TCO-konform, akkurat aber datenintensiv.
  • Ziel 3 — Spitzenstrafe minimal (kW-Spitze drücken): Für Flotten nahe der vertraglichen kW-Grenze.
  • Ziel 4 — Auslastung maximal (öffentlicher Standort): Erlös-orientierte Standortwahl.
  • Ziel 5 — Netto-V2G-Arbitrage-Erlös minus Batteriealterung maximal: Fortgeschrittene Operation.

Mehrkriteriell: gewichtete Summe oder hierarchisch (zuerst Deadline + Spitzenstrafe, dann Stromkosten, dann Batteriealterung).

Akademische Quellen

Im Frontmatter unter sources aufgeführt.

Quellen

  • Sortomme, E., Hindi, M. M., MacPherson, S. D. J. und Venkata, S. S. (2011). Coordinated charging of plug-in hybrid electric vehicles to minimize distribution system losses. IEEE Transactions on Smart Grid, 2(1), 198-205. Grundlegende Arbeit zur koordinierten EV-Ladung.
  • Sweda, T. M. und Klabjan, D. (2012). An agent-based decision support system for electric vehicle charging infrastructure deployment. IEEE Vehicle Power and Propulsion Conference (VPPC). Grundlegende Referenz für Ladestation-Standortwahl.
  • Mukherjee, J. C. und Gupta, A. (2015). A review of charge scheduling of electric vehicles in smart grid. IEEE Systems Journal, 9(4), 1541-1553. EV-Ladeplanung-Übersicht.
  • Rahman, I., Vasant, P. M., Singh, B. S. M., Abdullah-Al-Wadud, M. und Adnan, N. (2016). Review of recent trends in optimization techniques for plug-in hybrid, and electric vehicle charging infrastructures. Renewable and Sustainable Energy Reviews, 58, 1039-1047. Optimierungs-Techniken Übersicht.
  • Ko, J. und Shang, J. S. (2010). Locating refueling stations for alternative-fuel vehicles. Transportation Research Part C, 18(5), 700-710. Alternativkraftstoff-Standortwahl.
  • YÖK Tez Merkezi — Stichwörter: ’elektrikli araç şarj’, ‘EV şarj çizelgeleme’ oder ‘şarj istasyonu yerleşim’ — 15+ Hochschulschriften (wachsendes Feld). tez.yok.gov.tr

Glossar

EV Charging Scheduling
Operatives OR-Problem zu entscheiden, wann und mit welcher Leistung jedes EV einer Flotte oder Warteschlange geladen wird, unter Deadline, Netzleistungsgrenze, SoC-Grenzen, TOU-Tarif und Batteriealterungskosten.
Charging-Station Location Planning
Strategisches OR-Problem zur Auswahl von Standorten, Typen (AC langsam vs DC schnell) und Anzahl öffentlicher EV-Ladestationen in einer Region, bei Abwägung von Kapital- und Betriebskosten gegen erwartete Nutzerabdeckung und Wartezeit.
MIP
Optimierungsmodell, bei dem ein Teil der Entscheidungsvariablen ganzzahlig sein muss (z. B. Anzahl LKW, Anzahl Schichten).
Demand Response
Energiemanagement-Ansatz, bei dem die Steuerung von Lasten beim Verbraucher anhand Tarif, Systemzustand oder Anreizen optimiert wird.
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