Sendungsallokation von mehreren Werken oder Lagern zu mehreren Kunden oder Verteilstellen — wie viel auf jeder Strecke, sodass die Gesamtfrachtkosten minimal sind, Kapazitäten nicht überschritten werden und Nachfragen erfüllt werden. Das Gründungsproblem der linearen Programmierung: Hitchcock (1941) und Koopmans (1947).
Kurz gesagt
Kommt Ihnen das bekannt vor?
- Wir liefern wöchentlich aus 3-8 Werken oder Regionallagern an 20-100 Kunden; welches Werk an welchen Kunden liefert, entscheidet meist Gewohnheit oder die Regel 'nächstgelegenes Werk'.
- Wir betreiben eine Milchsammelgenossenschaft; täglicher Fluss von 50-200 Erzeugerhöfen zu 3-6 Verarbeitungsbetrieben — welcher Hof an welchen Betrieb geht, steht aus der Vergangenheit fest.
- Wir haben eine Textil-Rohstoff- und Lohnnäher-Kette; wir liefern Garn und Stoff aus einem Zentrallager an 30-80 Lohnnähwerkstätten — die Kostenmatrix ist seit 5 Jahren nicht aktualisiert.
- Wenn ein neues Werk oder Lager öffnet oder ein neuer Kunde dazukommt, rechnen wir die Anteile nicht neu — wir behalten die alte Aufteilung.
- Treibstoffpreise oder Frachtverträge haben sich geändert, aber das Sendungsvolumen pro Werk-Kunde-Paar blieb gleich.
- Die Gesamtfrachtkosten erreichen 10-20 % des Jahresbudgets; die Frage 'was würden wir sparen, wenn wir die Flüsse neu zeichnen' bleibt seit Jahren offen.
- Wir erwägen eine Kapazitätserweiterung eines Werks; die Frage 'was bringt 1 Tonne zusätzliche Kapazität an Gesamtfrachtersparnis' ist zahlenmäßig unbeantwortet.
Warum es wichtig ist
Wie wird es gelöst?
Technische Tiefe
Wie wird es gelöst?
Technische TiefeIn einem Satz: Gegeben die Stück-Kostenmatrix für Werk-Kunde-Paare, die Werkskapazitäten und der Kundenbedarf, berechnet ein LP-Solver in Sekunden die Liefermenge (x_ij) von jedem Werk zu jedem Kunden — Gesamtfrachtkosten minimal, kein Kunde unterversorgt, kein Werk überlastet.
Dieses Problem erscheint in der Operations-Research-Literatur (Disziplin, die Mathematik und Computer für Geschäftsentscheidungen einsetzt) als Transportproblem oder Hitchcock-Problem, eines der Gründungsbeispiele der linearen Programmierung. Die Lösung läuft in drei Phasen:
1. Modellierung. Eingabedaten: Quellen (m Werke oder Lager — jedes mit wöchentlicher Kapazität s_i in Tonnen oder Paletten), Ziele (n Kunden oder Verteilstellen — jeder mit wöchentlichem Bedarf d_j), Kostenmatrix (c_ij — Stück-Transportkosten von Werk i zu Kunde j, TRY pro Tonne oder Palette). Entscheidungsvariable x_ij — die von Werk i an Kunde j zu liefernde Menge. Restriktionen: Gesamtversand jedes Werks ≤ Kapazität (Summe über j von x_ij ≤ s_i), Aufnahme jedes Kunden ≥ Bedarf (Summe über i von x_ij ≥ d_j), alle x_ij ≥ 0. Ziel: Minimierung der Gesamtfrachtkosten. Balanciertes Problem: Gesamtangebot gleich Gesamtnachfrage; unbalanciertes Problem: Angebot > Nachfrage (Leerkapazität) oder Angebot < Nachfrage (Unterproduktion), gelöst durch Hinzunahme einer Dummy-Quelle oder eines Dummy-Ziels.
2. Solver-gestützte Entscheidung. Da es ein reines LP (Linear Programming — lineares Ziel unter linearen Restriktionen minimieren) ist, lösen moderne LP-Solver Tausende Quelle-Ziel-Paare in Sekunden. Klassische Verfahren: Simplex-Methode (Anfang der 1950er für dieses Problem entwickelt — der kanonische LP-Algorithmus, der Optimum durch Ecken-Schritte findet); Netzwerk-Simplex (die bipartite Graphenstruktur macht es 5-10× schneller); Northwest-Corner-Regel für eine initiale Basislösung in Kombination mit MODI (Modified Distribution) / Stepping-Stone zur Verbesserung (manuelle Lehrmethode); Vogel’s Approximationsmethode (VAM) für einen klügeren Startpunkt. In der Praxis: mittlere Größe (5-50 Quellen × 50-500 Ziele) ist auf Open-Source-LP-Solvern sofort, große Größe (Hunderte-Tausende) braucht Minuten mit Netzwerk-Simplex oder Innere-Punkte-Methoden. Das Zuordnungsproblem ist ein Spezialfall — gleiche Quell- und Zielanzahl, jede Quelle zu genau einem Ziel (Kapazität = Bedarf = 1, x_ij in {0,1}); die ungarische Methode ist der klassische Solver für diesen Spezialfall.
3. Feldintegration. Ausgabe als zwei Tabellen: die primäre Flussmatrix (wöchentliche Liefermenge pro Werk-Kunde-Paar — der Hauptplan des Operations-Teams) und die Dual-Variablen (Schattenpreise für jede Quelle und jedes Ziel). Dualwerte sind direkter Input für Investitionsentscheidungen: ‘wenn die Kapazität von Werk i um 1 Tonne steigt, um wie viel sinken die Gesamtfrachtkosten’ lässt sich direkt am Dual ablesen. Feldpraxis: wöchentlich oder monatlich neu lösen; Treibstoffpreisänderungen, neue Kunden/Werke, Kapazitätswartungsfenster als Trigger. Vierteljährliches Planungskomitee: realisierte Flüsse gegen Plan, marginale Kapazitätsanalyse, Kostenmatrix-Auffrischung.
Alternativen
Manuell + Spreadsheet (Altflüsse)
KostenlosNull Lizenz
Für wen geeignet: Kleine Größe (≤3 Werke, ≤20 Kunden), stabile Nachfrage
- + Null Softwarekosten
- + Passt zur Routine des Operations-Teams
- + Sofortige Änderung (per Telefonumlenkung)
- − Flüsse nicht optimal — typisch 10-20 % Überfracht
- − Ohne aktualisierte Kostenmatrix fließen Treibstoffschocks nicht ein
- − Marginale Kapazität (für Investitionen) nicht analysierbar
- − Bei neuem Werk/Kunde kein Neuzeichnen
Spreadsheet mit LP-Add-in
KostenlosNull bis niedrige Lizenz (im Office-Paket enthalten)
Für wen geeignet: Mittlere Größe (3-8 Werke, 20-100 Kunden), monatliche Entscheidung
- + Oberfläche, die das Operations-Team nutzen kann
- + Ausreichend für das klassische Transportproblem
- + Geringe Schulungsfläche
- − Langsam oder unlösbar auf großen Matrizen (200+ Ziele)
- − Schwache Dual-Variablen-Visualisierung — kein Schattenpreis-Report
- − Kein stochastisches Nachfragemodul
- − Versionen und Revisionen schwach
Lokale Supply-Chain-Planungssoftware
Enterprise200K-1M TRY Lizenz + 60K-300K TRY/Jahr Wartung (regionale SMB-Preise)
Für wen geeignet: Mittlerer-großer Betreiber (5-15 Werke, 100-500 Kunden)
- + Lokalsprachige Oberfläche und Support
- + Einfache ERP-Integration
- + Lokale Frachtvertragsvorlagen
- − LP-Solver meist gebündelt — Performance prüfen
- − Dual-Analyse begrenzt
- − Akademische Erweiterungen (Mehrperioden, stochastisch) begrenzt
Internationale Supply-Chain-Plattform
Enterprise500K-3M EUR Lizenz + 150K-700K EUR/Jahr Wartung
Für wen geeignet: Großer Betreiber (15+ Werke, 500+ Kunden, mehrländerig)
- + Reifer LP/MIP-Solver, skalierbar
- + Reiche Dual-Analyse, Schattenpreise, Szenarienvergleich
- + Mehrperioden- und stochastische Erweiterungen vorhanden
- − Hohe Lizenz und langer (12-24 Monate) Rollout
- − Lokal-Regulierungs-Anpassung verlängert Projekt
- − Schulung des Teams ist ein breites Programm
Eigenentwicklung auf Open-Source-LP-Solver
Open SourceLizenz kostenlos; 8-16 Wochen interne Entwicklung oder 400K-1,2M TRY Beratung
Für wen geeignet: Betreiber mit Technikteam, wünscht ERP-Plug-in
- + Keine Lizenzgebühr
- + Klassisches Transportproblem in Open-Source-Literatur gut definiert
- + Mehrperioden-, stochastische, Netzwerkfluss-Erweiterungen offen
- − Interne OR-Expertise und Datenteam erforderlich
- − Operations-Oberfläche muss gebaut werden
- − Wartung beim Betreiber
Empfehlung
Im Gespräch fragen
- Welcher Solver treibt das Transportproblem — reine Simplex, Netzwerk-Simplex, Innere-Punkte? Typische Lösezeit bei 100 Quellen × 500 Zielen?
- Wird automatische Balancierung (Dummy-Quelle/-Ziel) für unbalancierte Probleme unterstützt? Wird der Leerkapazitäts-Report ausgegeben?
- Werden Dual-Variablen (Schattenpreise) als separate Tabelle ausgegeben? Lässt sich das Szenario 'Kapazität von Werk i steigt um 1 Tonne' automatisch erzeugen?
- Wenn die Kostenmatrix aktualisiert wird (Treibstoff, neuer Frachtvertrag), erfolgt der Trigger zum Neulösen automatisch oder manuell?
- Wird Mehrperioden-Planung (Wochen- oder Monatshorizont) unterstützt? Wird Zwischenperioden-Bestandsführung modelliert?
- Gibt es ein eigenes Modul für den Spezialfall Zuordnungsproblem (gleiche Quell-Ziel-Anzahl, binäre Entscheidung)? Wird die ungarische Methode unterstützt?
- Wie würde der Pilot über 8-12 Wochen reale Daten einen Einsparungs-Report gegen die vorherige manuelle Zuteilung liefern?
- Wenn wir den Vertrag beenden, in welchem Standardformat können wir Quell-Ziel-Definitionen, Kostenmatrix-Historie und Lösungs-Archiv exportieren?
Technische Details
Anmerkung der Redaktion
Auf der operativen Ebene heißt dieses Problem “Flussplan”, “Sendungsaufteilung” oder “Werk-Kunden-Matrix”. Der akademische Name lautet Transportproblem, in manchen Quellen auch Hitchcock-Problem oder Hitchcock-Koopmans-Problem. Frank Hitchcock definierte das Problem 1941 in numerischer Form an seinem MIT-Papier; Tjalling Koopmans formulierte 1947 unabhängig eine ökonomische Fassung (zitiert beim Nobelpreis Wirtschaft 1975); George Dantzig entwickelte 1951 die Simplex-Methode speziell an diesem Problem. Es ist das Gründungsproblem der linearen Programmierung und Vorfahre der nächsten Generation — TSP, VRP, Fahrzeugrouting — die darauf aufbauten.
Unterschied zu VRP (#002, #069) ist entscheidend: VRP ist Fahrzeugrouting — eine Depot-Kunde-Kunde-Depot-Tour, in welcher Reihenfolge welches Fahrzeug welche Kunden besucht. Das Transportproblem ist Flussallokation: wie viele Einheiten jedes Werk an jeden Kunden liefert; keine Route, nur Menge. Beide sind komplementär — zuerst entscheidet das Transportproblem den wöchentlichen Fluss, dann VRP das Tagesrouting. Sie laufen in derselben Kette nacheinander. Unterschied zur Standortplanung (#010): Standortplanung ist die Entscheidung über die Eröffnung eines neuen Werks/Lagers (mit festen Eröffnungskosten); Transportproblem ist Flussallokation über bestehende Standorte (keine Eröffnungskosten). Unterschied zu p-Median (#074): p-Median wählt eine feste Anzahl von Standorten, das Transportproblem nimmt bestehende Standorte als gegeben.
Am häufigsten übersehener Punkt: Dual-Variablen und Schattenpreise. Die primalen Flüsse (wie viele Tonnen jedes Werk an jeden Kunden liefert) sind die Ausgabe, die der Praktiker sieht; die Dual-Variablen weisen jeder Quelle und jedem Ziel einen Schattenpreis zu — “wenn die Kapazität von Werk i um 1 Tonne steigt, wie viel sinken die Gesamtfrachtkosten”, “wenn der Bedarf von Kunde j um 1 Tonne steigt, wie viel steigen die Gesamtkosten”. Direkter Input für Investitionsentscheidungen: welches Werk profitiert am meisten von einer Kapazitätserweiterung, welcher Kunde hat marginale Frachtkosten höher als andere. Praktiker nutzen meist nur primale Flüsse und lesen die Duale nicht — ein kritischer Verlust für Kapazitätsinvestitionspriorisierung. Zweiter übersehener Punkt: das unbalancierte Problem. In Wirklichkeit ist die Gesamtkapazität selten exakt gleich der Gesamtnachfrage (Überkapazität oder Unterproduktion). Der Solver fügt eine Dummy-Quelle oder ein Dummy-Ziel hinzu — diese Zeile/Spalte ist der Leerkapazitäts-Report; wenn übersehen, bleibt unklar, wofür die Leerkapazität steht.
Schritt-für-Schritt für ein KMU
Phase 1 — Erst messen, dann planen. Mindestens 6-12 Monate Daten: monatliche Liefermenge pro Werk-Kunde-Paar, Stückfrachtkosten (Entfernung + Fahrzeugtyp + Vertrag), wöchentliche Werkskapazität, wöchentlicher Kundenbedarf. Kostenmatrix als separate Tabelle aufbauen — Zeilen Werke, Spalten Kunden, Zellen TRY/Tonne. Kritisch: Hat sich der Treibstoffpreis in den letzten 12 Monaten geändert — wurde die Kostenmatrix aktualisiert? Wenn nein, zeigt schon der erste LP-Lauf 5-10 % Ersparnis.
Phase 2 — Wissenskapital extrahieren. Listen Sie auf, welche Werke physisch-unmöglich für welche Kunden sind (Entfernung, Produktpassung, Vertragsklausel) — diese Restriktionen gehen als ‘verbotene Zellen’ (große Kosten) ins Modell. Werkskapazität: reale Dauerkapazität oder mit Wartungsfenstern? Kundenbedarf: stabil oder saisonal?
Phase 3 — Pilot. 8-12 Wochen. LP-Modell für eine Subregion (z. B. eine Produktlinie oder ein regionales Kundenset) aufbauen, Solver laufen lassen und Ergebnis parallel zur aktuellen manuellen Zuteilung vergleichen. Entscheidung bleibt beim Planer; LP gibt Empfehlung. Erfolgskriterium schriftlich vor Pilotbeginn: Gesamtfrachtkosten mindestens 10 % runter, Leerkapazitäts- oder unbefriedigter-Nachfrage-Report klar. Dual-Variablen-Tabelle als separate Ausgabe einfordern — Gold für Kapazitätsinvestitionen.
Phase 4 — Rollout. Über 6-12 Monate auf alle Produktlinien und Regionen ausweiten. Zu monatlichem Neulösen übergehen — Treibstoffwechsel, neuer Kunde, Kapazitätswartung als Trigger. Vierteljährliches Planungskomitee: realisierte Flüsse vs. Plan, Dual-Variablen-Report (Schattenpreis), Datum der Kostenmatrix-Auffrischung.
Risiken — was schiefgehen kann
- Werkskapazität schwankt in Echtzeit. Statisches LP-Modell nimmt Wochen- oder Monatskapazität fest; Wartung, Schichtausfall, Rohstoffunterbrechung verschieben sie täglich. Lösung: kürzere (wöchentliche) Neulös-Frequenz plus Sicherheitsmarge unter der Durchschnittskapazität.
- Kostenmatrix wird nicht aktualisiert. Treibstoff +20 % aber Matrix auf 2 Jahre alten Zahlen — LP optimiert eine veraltete Matrix und verliert real Geld. Lösung: Kostenmatrix alle 3 Monate auffrischen (Treibstoff + Frachtvertrag + Fahrzeugkosten).
- Kunden-Sonderwünsche nicht modelliert. Manche Kunden haben Lieferzeitfenster, Paketgrößen-Restriktion oder Produktmischregel — reines Transportproblem trägt das nicht; muss an VRP- oder Planungs-Schicht weitergegeben werden. Technisch korrekter LP-Fluss kann operativ unmöglich sein.
- Anbieterabhängigkeit (WMS/TMS-Lock-in). Wenn die Software Quelle-Ziel-Definitionen, Kostenmatrix und Lösungshistorie in proprietärem Format hält, bedeutet Wechsel den Verlust des Fluss-Gedächtnisses. Vertragsklausel: ‘jährlicher Export der Flussmatrix-Historie und Kostenmatrix im Standardformat’."
Technischer Blick auf die Lösungsmethode
| Ansatz | Typische Größe | Lösezeit | Garantiert Optimum? |
|---|---|---|---|
| Northwest-Corner-Regel | Manuelle Startlösung, beliebige Größe | Minuten (manuell) | Nein — nur Startlösung |
| Vogel’s Approximationsmethode (VAM) | Klügerer Start | Minuten-Sekunden | Nein — fast optimal |
| MODI / Stepping-Stone (manuell) | Klein (≤10 × ≤10) | Stunden | Ja (richtig angewandt) |
| Simplex (allgemein) | Mittel (≤500 × ≤500) | Sekunden | Ja |
| Netzwerk-Simplex | Groß (Tausende Quellen/Ziele) | Sekunden-Minuten | Ja |
| Innere-Punkte-Methode | Sehr groß | Minuten | Ja (numerische Genauigkeit) |
| Ungarische Methode (Zuordnung) | Quadratische Matrix | schnell | Ja (Spezialfall) |
Wahl der Zielfunktion:
- Ziel 1 — Gesamtfrachtkosten minimal: Klassisch. FMCG, Rohstoff-Lohnnäher-Ketten.
- Ziel 2 — Gesamtstrecke oder Treibstoff minimal: Bei CO₂-Fokus oder treibstoffintensiven Operationen.
- Ziel 3 — Servicezeit gewichtet minimal: Schnellverteilung (Lebensmittel, Kühlkette).
- Ziel 4 — Gewichteter Mix: Fracht + Service + Strafe: Kundenbasis mit Vertragsstrafen bei verspäteter Lieferung.
Das Zuordnungsproblem ist ein Spezialfall des Transportproblems: Quelle = Ziel, jede Quelle zu genau einem Ziel (Kapazität = Bedarf = 1, x_ij binär). Personal-Aufgabe-Zuordnung, Maschine-Auftrag-Zuordnung, Schiff-Liegeplatz-Zuordnung (Unter-Schicht des BAP in #026), Knoten-Matching-Probleme haben diese Form. Die ungarische Methode (Kuhn 1955) löst das Zuordnungsproblem in O(n³) — viel schneller als der allgemeinere Simplex auf denselben Daten, aber nur für den Spezialfall Zuordnung.
Mehrperioden-Erweiterung: x_ijt — Menge von Werk i an Kunde j in Periode t; pro Periode eigene Kapazität und Bedarf, mit Zwischenperioden-Bestandskosten. Wächst zum Mehrperioden-Produktions-Distributions-Planungs-Problem — behält das Transportproblem im Kern, fügt Lot-Sizing- und Bestands-Schichten hinzu.
Stochastische Erweiterung: d_j ist Zufallsvariable; die Lösung liefert eine Allokation, die in keinem Szenario die Kapazität sprengt und die erwarteten Kosten minimiert — stochastisches LP oder szenariobasiertes MIP.
Akademische Quellen
Im sources-Block dieses Dokuments aufgelistet. Hitchcock (1941) und Koopmans (1947) sind die beiden Gründungspapiere; Dantzig (1951) entwickelte die Simplex-Methode an genau diesem Problem. Bazaraa-Jarvis-Sherali (2010) und Murty (1992) sind moderne Lehrbuchreferenzen. INFORMS und das Archiv des European Journal of Operational Research tragen viele Einsatzfälle in Lieferketten und Produktions-Distributions-Netzwerken.
Quellen
- Hitchcock, F. L. (1941). The distribution of a product from several sources to numerous localities. Journal of Mathematics and Physics, 20(1-4), 224-230. Gründungsarbeit des Problems.
- Koopmans, T. C. (1947). Optimum utilization of the transportation system. Econometrica, 17 (Supplement). Unter den Zitaten des Nobel-Preises Wirtschaft 1975.
- Dantzig, G. B. (1951). Application of the Simplex Method to a transportation problem. In Activity Analysis of Production and Allocation, Wiley.
- Bazaraa, M. S., Jarvis, J. J. und Sherali, H. D. (2010). Linear Programming and Network Flows (4. Aufl.). Wiley. Standard-Lehrbuch.
- Murty, K. G. (1992). Network Programming. Prentice Hall. Klassische Referenz zur Netzwerkprogrammierung.
- INFORMS Interfaces — Fallstudien zu LP- und Supply-Chain-Einsätzen in Produktions-Distributions-Netzwerken. informs.org/Publications/Interfaces
Glossar
- Transportproblem
- Sendungsallokation von m Quellen mit fester Kapazität zu n Zielen mit festem Bedarf, minimiert die gesamten Transportkosten — das Gründungsproblem der linearen Programmierung.
- Northwest-Corner-Regel
- Die einfachste klassische Heuristik, um eine erste zulässige Basislösung des Transportproblems zu erzeugen: vom oberen-linken Ende der Kostenmatrix ausgehend so viel wie möglich der aktuellen Zelle zuweisen und nach rechts oder nach unten verschieben, bis Angebot und Nachfrage erschöpft sind.
- MIP
- Optimierungsmodell, bei dem ein Teil der Entscheidungsvariablen ganzzahlig sein muss (z. B. Anzahl LKW, Anzahl Schichten).
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